Ein Präsident verschwindet

Ein Präsident verschwindet von Ralf Langroth

Bewertung: 4 von 5.

von Ralf Langroth

Rowohlt

384 Seiten

Preis: 16,00 €

Erscheinungstermin 15.02.2022 

Genre: Historischer Thriller

Als ich das Buch in den Händen gehalten habe, war ich doch positiv überrascht über die schöne Coveraufmachung. Das Bild hatte einen metallischen Schimmer und auch der Titel ist gestanzt. Selbst die Kapitel sind optisch angepasst an alte Akten. Zudem hat man auf dem Vorhalt einen Überblick über Berlin zum Zeitpunkt des Geschehens. Das ganze Layout unterstützt das Feeling in der Zeit um 1954 zu sein. Mir persönlich hat, bei der Karte genauere angaben über die Straßen die benutzt wurden gefehlt. Es wurde die wichtigsten Plätze markiert, doch wenn im Text quasi eine Wegbeschreibung gegeben wurde, konnte man sie auf der Karte leider nicht konkret nachvollziehen. Doch ansonsten hat mir diese visuelle Unterstützung gut gefallen. 

Die Story behandelt einen Aspekt der deutschen Geschichte, der nicht so präsent in in unserer Generation ist. Un zwar das Verschwinden des Verfassungsschutzpräsidenten, Otto John, 1954 in den Ostsektor. Das war damals ein großer Medienhype und darauf baut dieses Buch auf. In dem einen fiktiven BKA-Beamten Philipp Gerber auf Wunsch von Konrad Adenauer hin ermitteln soll, ob Otto John freiwillig im Osten ist oder entführt wurde. Dazu kommt noch, dass Phillips Freundin Eva auch irgendwie da mit drin steckt und sogar als Mörderin beschuldigt wird.

Die Handlung wird gut und spannend erzählt, man ist in einer wechselnden beobachten Perspektive, was angenehm zu lesen ist. Doch leider muss ich gestehen ist mir der Spannungsbogen etwas zu flach. Es gibt einige gute Stellen, wo ich echt Lust hatte weiter zu lesen doch als Thriller würde ich es nicht bezeichnen. Da einfach die Spannung punktuell ist und sich nicht kontinuierlich durch die Geschichte zieht.

Dennoch ist es ein gelungener Krimi, mit vielen gut recherchierten Ereignissen, die auch im Nachwort nochmal näher erläutert werden. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und habe auch viel neues zur damaligen frisch gegründeten Bundesrepublik Deutschland gelernt.